Rebecca Kaplan: Non-Normative Sex and Bodies in Game of Thrones: How ‘Extreme’ Bodies Question the Nature of Sex and Sexual Images

Rebecca Kaplan: Non-Normative Sex and Bodies in Game of Thrones: How ‘Extreme’ Bodies Question the Nature of Sex and Sexual Images

In this article, I examine how Game of Thrones adapts its cinematography and narrative to incorporate non-normative bodies into sexual story arcs and the implications regarding the mediated nature of sex and sex myths of moments which conform or do not conform to traditional sex scenes. Sex and romance arcs with characters of physical difference, such as a dwarf or a castrated soldier, complicate the assumed importance of the erect penis and penetrative sex. This paper examines how the show depicts or ignores non-penetrative forms of sex, female pleasure, and reciprocal relationships between able-bodied women and physically impaired men.

Hans Niehues: Men at War. Die Konstruktion von Maskulinität in der US-amerikanischen Fernsehserie Homeland

Hans Niehues: Men at War. Die Konstruktion von Maskulinität in der US-amerikanischen Fernsehserie Homeland

Männlichkeitsforscher_innen wie Michael Kimmel konstatieren, dass sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine Maskulinitätskrise in der US-amerikanischen Kultur manifestiere. Aus dieser These ergibt sich die Frage, wie eine solche Krise im ebenfalls zur Jahrhundertwende entstehenden neuen amerikanischen Fernsehserienformat verhandelt wird. Eine Analyse der Konstruktion von Maskulinität in Homeland legt offen, wie eine für die neuen Serien des „Quality TV“ repräsentative Sendung traditionelle Konzeptionen von Männlichkeit vor dem Hintergrund der soziopolitischen Nachwirkungen von 9/11 konserviert, sie als Lösung für eine Maskulinitätskrise präsentiert und so patriarchalische Geschlechterverhältnisse reproduziert.

Maxi Braun: „The goddamn Hope Diamond of transsexuals“. (Trans-)Sexualität in der US-amerikanischen Neoserie Nip/Tuck

Maxi Braun: „The goddamn Hope Diamond of transsexuals“. (Trans-)Sexualität in der US-amerikanischen Neoserie Nip/Tuck

Durch medizinischen und technologischen Fortschritt sehen wir uns mit einer neuen Kontingenz des Körpers konfrontiert, wodurch auch der Subjektbegriff in die Krise geraten ist. Die US-amerikanische Fernsehserie Nip/Tuck (2003-2010) reflektiert aufgrund des Sujets, der Narration und der filmischen Ästhetik dieses Spannungsverhältnis zwischen äußerer Hülle und innerem Kern. Anhand des in Nip/Tuck wiederkehrenden Motivs der Transsexualität zeigt der Artikel, wie die Serie den Subjektbegriff hinterfragt, dekonstruiert und ein neues neoserielles Subjekt präsentiert, das Körper und Selbst miteinander versöhnt.

Philipp Hanke: Subversive Werbekörper. Eine kritische Analyse idealisierender und ausgrenzender Körperästhetik

Philipp Hanke: Subversive Werbekörper. Eine kritische Analyse idealisierender und ausgrenzender Körperästhetik

In Abgrenzung zu Wesensbestimmungen als „kulturindustriell“ oder „faschistoid“ sollen die idealisierten und perfekten Körper der Werbung einer erneuten, subversiven Lesart unterzogen werden. Nicht um eine typische Werbeästhetik oder einen idealisierenden Umgang der Werbung mit ihren Körperbildern per se zu verteidigen, sondern um gängigen kritischen Theorien und ihrem ausweglosen Kulturpessimismus andere mögliche und für den/die Betrachter/in produktive und ermächtigende Lesarten entgegenzusetzen.

Felix Tristan Gregor: Family Matters. Postmoderne Verwandtschaftsbeziehungen in United States of Tara

Felix Tristan Gregor: Family Matters. Postmoderne Verwandtschaftsbeziehungen in United States of Tara

Das Bild der klassischen Familie wird in seiner angenommenen Rolle als das Bild der ‚repräsentativ-normalen’ Familie heute immer öfters durch das neue Bild der queeren Familie abgelöst. In einem close-reading der US-Fernsehserie United States of Tara wird der Frage nach alternativen Familien- und Verwandtschaftsstrukturen und ihrer Konstruktion in einem aktuellen medialen Beispiel nachgegangen. Durch eine detaillierte Analyse von Figurenanordnungen und -beziehungen in der Serie wird aufgezeigt, dass die Bilder des klassischen Familienideals einer nuklearen Kleinfamilie heute lediglich in ihren Momenten des Scheiterns und ihrer Unerfüllbarkeit dargestellt werden und damit nicht mehr als Ausdruck der postmodernen Familie dienen. Vielmehr treten alternative Familien- und Verwandtschafts(an-)ordnungen in den Mittelpunkt, die von Familiennetzwerken innerhalb der LGBT-Communities beeinflusst sind. Ausgangspunkt der Untersuchung bilden dabei Thesen Judith Butlers, die sie in Hinblick auf alternative Verwandtschaftsformen formuliert hat. Daneben werden aber auch weitere aktuelle Ansätze aus der Sozial- und Kulturwissenschaft berücksichtigt.

Janine Wahrendorf: Gender Trouble im amerikanischen Fernsehen des 21. Jahrhunderts? Glee und das Spiel mit Geschlechtsidentitäten

Janine Wahrendorf: Gender Trouble im amerikanischen Fernsehen des 21. Jahrhunderts? Glee und das Spiel mit Geschlechtsidentitäten

Judith Butler formulierte Anfang der neunziger Jahre ihre Theorie der Heteronormativität und bezeichnete die Parodie als Möglichkeit, um Machtstrukturen offen zu legen und Binärismen aufzubrechen, das heißt, als Gender Trouble. Ob und wie die zeitgenössische Serie Glee diese Problematik über zwanzig Jahre später ebenfalls aufgreift, soll vor allem an der Figur des Kurt Hummel analysiert werden, um im Anschluss auf die aktuellen Entwicklungen in Bezug auf „Homonormativität“ eingehen zu können.

Eva Hohenberger: Queering American Television. The L-Word, das Konvergenz-Fernsehen und (neo)liberale Nicht-Identität

Eva Hohenberger: Queering American Television. The L-Word, das Konvergenz-Fernsehen und (neo)liberale Nicht-Identität

Der Text fragt nach den Entstehungsbedingungen und der politischen Bedeutung der ersten Lesbenserie des US-amerikanischen Fernsehens. Neben einer breit institutionalisierten queeren Bewegung und einer Vielzahl von Filmen, die der Serie als Referenz dienen, werden vor allem die ökonomischen Bedingungen des sogenannten Konvergenzfernsehens betont. Nach John T. Caldwell impliziert dies einerseits die politische wie ökonomische Deregulation des amerikanischen Fernsehmarktes und andererseits das technologische Zusammenwachsen von Fernsehen und Internet. Erst vor diesem Hintergrund wird der (neo)liberale Gehalt der Serie sichtbar, die sich ideologisch zwischen einer feministischen Identitätspolitik und ihrer Auflösung in queere Positionen bewegt.