Sandra Marzinkowski: Marginal Marginalities Escaping the Double Bind: Double Complicity and Non-Monosexual Non-Complicity

Sandra Marzinkowski: Marginal Marginalities Escaping the Double Bind: Double Complicity and Non-Monosexual Non-Complicity

The present paper investigates the (non-)representation of non-monosexualities, an umbrella term covering bisexualities, pansexualities, sexual curiosities, fluidities, and other forms of non-monosexual queerness, in contemporary British and US-American culture. It will be argued that both the heteronormative mainstream and LGBT+ culture are complicit in the spatio-discursive exclusion of non-monosexualities by denying the latter access to a valid identity category. Additionally, this paper seeks to illustrate that non-mononormative sexual identities show themselves to be anti-complicit in the maintenance of their epistemic erasure. This non-complicity manifests itself culturally and linguistically. More and more young adults define themselves as neither completely heterosexual nor completely homosexual, thereby positioning themselves on a spectrum rather than within rigid categories. Linguistically, there has been a recent surge of new terms to describe one’s sexuality that defy both the gender binary and the inalterability of one’s sexual orientation, such as pansexuality and heteroflexibility/homoflexibility. By questioning the heterosexual/homosexual binary a new binary opposition is created: bisexualities, pansexualities, pluralities, fluidities, and polarities are juxtaposed with mono-categories. The analysis is rounded off with the suggestion to incorporate hitherto largely undertheorised identity categories such as non-monosexualities into intersectional analyses and the exploration of normalizing processes.

Sarah Horn: Narrative Ordnungsmuster – ‚geordnetes‘ Geschlecht? Zur medialen Herstellung der Eindeutigkeit von Geschlecht und Strategien der Verunklarung in autobiografischen Erzählungen

Sarah Horn: Narrative Ordnungsmuster – ‚geordnetes‘ Geschlecht? Zur medialen Herstellung der Eindeutigkeit von Geschlecht und Strategien der Verunklarung in autobiografischen Erzählungen

Wenn in Kontexten von Trans*-Identitäten der (eigene) Körper zum Thema wird, was macht ihn zu einem ‚richtigen‘ oder ‚falschen‘? Wie verfestigt sich insbesondere in biografischen Erzählungen die Vorstellung, dass jede_r von uns über ein einziges, ‚wahres’ Geschlecht verfüge und auch, dass dieses über den Körper zum Ausdruck käme? Mit Rückgriff auf Überlegungen aus der Queer Theory werden am Beispiel der Tagebücher von Alexina Barbin und dem Dokumentarfilm She’s a boy I knew narrative Ordnungsmuster biografischer Erzählungen ebenso sichtbar wie Möglichkeiten einer Veruneindeutigung von Geschlecht.

Katharina Rudel: Raum, ‚Andersartigkeit‘ und subversives Potenzial. Heterotopien in Gloria Naylors Romanen

Katharina Rudel: Raum, ‚Andersartigkeit‘ und subversives Potenzial. Heterotopien in Gloria Naylors Romanen

Dieser Artikel untersucht vier Romane der afro-amerikanischen Autorin Gloria Naylor. Es wird gezeigt, dass deren fiktionale Räume als Heterotopien zu verstehen sind, die ihre Umgebung zugleich reflektieren und umkehren. Nach einer Einführung in Foucaults Konzept werden die Orte auf ihre heterotopen Qualitäten hin untersucht. Wie reflektieren sie ihre Umgebung und deren soziale Ordnung? Wie werden Normen, Werte, Diskurse, Ideologien und Mythen hinterfragt und umgekehrt? Dabei wird die Entwicklung des Fokusses der Romane von innerstädtischen Relationen und kontemporären Diskursen über Amerikas Selbstbild und dem Verständnis einer homogenen Nation bis hin zur binären Denkweise auf einer transnationalen Ebene nachvollzogen.

Sebastian Scholz Scholz: Vision revisited. Foucault und das Sichtbare

Sebastian Scholz Scholz: Vision revisited. Foucault und das Sichtbare

Der Beitrag geht Deleuzes Bemerkung nach, eine Vernachlässigung der Theorie der Sichtbarkeiten bei Foucault verstümmle die Vorstellung, die dieser sich von der Geschichte macht, aber auch sein Denken insgesamt. Das Sichtbare ist, ebenso wie das Sagbare, Gegenstand einer „Archäologie der Gegenwart“. Analog zur Ordnung der Aussagen könnte also gelten, dass jede historische Formation all das sieht und sichtbar macht, was sie gemäß ihrer Bedingungen der Sichtbarkeit zu sehen vermag.