Jennifer Eickelmann: Mediatisierte Missachtung und die Verhandlung von Gender bei Empörungswellen im Netz. Der Fall Anita Sarkeesian

Jennifer Eickelmann: Mediatisierte Missachtung und die Verhandlung von Gender bei Empörungswellen im Netz. Der Fall Anita Sarkeesian

Mediatisierte Empörungswellen, auch ‚Shitstorms‘ genannt, sind mittlerweile zum festen Bestandteil von Aushandlungsprozessen im sogenannten ‚Mitmach-Web‘ avanciert. Gleichzeitig wird die Frage, wie das Phänomen konzeptionalisiert werden kann, für die wissenschaftliche Auseinandersetzung immer dringlicher. Anhand des Projektes Tropes vs. Women in Video Games von Anita Sarkeesian wirft der Aufsatz einen Blick sowohl auf die Medialität des Phänomens mediatisierter Empörungswellen, als auch – und damit untrennbar verbunden – auf die Performativität von Geschlechtlichkeit. Dies ermöglicht es, die Verletzungsmacht mediatisierter Empörungswellen mit der Konstitution der Kategorie Geschlecht zusammenzudenken und Umgangsstrategien einzuschätzen. Abschließend wird mit dem Begriff der ‚Störfigur‘ eine Konzeptionalisierung von mediatisierten Empörungswellen vorgeschlagen, welche sowohl ihre Verletzungsmacht und normierende Funktion, aber auch ihr produktives Potenzial, bestehende Normen zu destabilisieren, einfangen kann.

Max Kanderske: Kritik an Repräsentationen schwuler Männlichkeit im Yaoi-Manga

Max Kanderske: Kritik an Repräsentationen schwuler Männlichkeit im Yaoi-Manga

Im japanischen Yaoi-Manga werden Beziehungen zwischen männlichen Protagonisten – häufig in expliziter Art und Weise – zur Unterhaltung einer vornehmlich weiblichen Leserschaft dargestellt. Anhand der Kritik, die Masaki Satō 1992 an dieser Darstellungsform übte, sollen im Rahmen dieses Artikels wesentliche Genrespezifika ermittelt und die Besonderheiten für eine weibliche Leserschaft konzipierter männlicher Liebesbeziehungen untersucht werden.

Janine Wahrendorf: Gender Trouble im amerikanischen Fernsehen des 21. Jahrhunderts? Glee und das Spiel mit Geschlechtsidentitäten

Janine Wahrendorf: Gender Trouble im amerikanischen Fernsehen des 21. Jahrhunderts? Glee und das Spiel mit Geschlechtsidentitäten

Judith Butler formulierte Anfang der neunziger Jahre ihre Theorie der Heteronormativität und bezeichnete die Parodie als Möglichkeit, um Machtstrukturen offen zu legen und Binärismen aufzubrechen, das heißt, als Gender Trouble. Ob und wie die zeitgenössische Serie Glee diese Problematik über zwanzig Jahre später ebenfalls aufgreift, soll vor allem an der Figur des Kurt Hummel analysiert werden, um im Anschluss auf die aktuellen Entwicklungen in Bezug auf „Homonormativität“ eingehen zu können.

Simon Bacon: People are Strange: Re-Viewing The Lost Boys

Simon Bacon: People are Strange: Re-Viewing The Lost Boys

Good films never die! It may not have launched a thousand ships but Joel Schumacher’s 1987 The Lost Boys has influenced many of the subsequent mainstream vampire films and series that have followed it. From Buffy the Vampire Slayer to the Twilight-saga, the Never-Never-land that is inhabited by the eternal teenager and Mall-Rat vampire is never far away. Finding itself situated in the middle of the explosion of teen-vamp films of the 1980’s, The Lost Boys configures a seminal point in the transition of the Old World European revenant of Count Dracula to the young and achingly hip teenage vamp of New World America, consequently it is as popular now as it was when it was first released.

Eva Hohenberger: Queering American Television. The L-Word, das Konvergenz-Fernsehen und (neo)liberale Nicht-Identität

Eva Hohenberger: Queering American Television. The L-Word, das Konvergenz-Fernsehen und (neo)liberale Nicht-Identität

Der Text fragt nach den Entstehungsbedingungen und der politischen Bedeutung der ersten Lesbenserie des US-amerikanischen Fernsehens. Neben einer breit institutionalisierten queeren Bewegung und einer Vielzahl von Filmen, die der Serie als Referenz dienen, werden vor allem die ökonomischen Bedingungen des sogenannten Konvergenzfernsehens betont. Nach John T. Caldwell impliziert dies einerseits die politische wie ökonomische Deregulation des amerikanischen Fernsehmarktes und andererseits das technologische Zusammenwachsen von Fernsehen und Internet. Erst vor diesem Hintergrund wird der (neo)liberale Gehalt der Serie sichtbar, die sich ideologisch zwischen einer feministischen Identitätspolitik und ihrer Auflösung in queere Positionen bewegt.

Melanie Trommer: Feminismus 2010 – Von Politik zu Popkultur?

Melanie Trommer: Feminismus 2010 – Von Politik zu Popkultur?

In dem Aufsatz wird mit einer Analyse des Missy Magazine den Fragen nachgegangen, in welchem Verhältnis Politik und Popkultur im so genannten Popfeminismus zueinander stehen, und welche Frauen im Magazin dargestellt werden. Mit einer Inhaltsanalyse soll betrachtet werden, wie feministische Anliegen auf politischer und popkultureller Ebene thematisiert werden, und an wen sich diese „Popkultur für Frauen“ eigentlich richtet: Meine These lautet, dass hier eine sehr kleine Gruppe „Frauen“ gezeigt und angesprochen wird, nämlich junge, kinderlose Frauen ohne Migrations- aber mit höherem Bildungshintergrund, für die Musik und Medien eine wichtige Rolle spielen.

Herbert Schwaab: Dancing King of Queens: Sitcom, Geschlecht und Betrachter

Herbert Schwaab: Dancing King of Queens: Sitcom, Geschlecht und Betrachter

Dieser Beitrag sieht die amerikanische Sitcom King of Queens (1998-2007) als einen gewöhnlichen Fernsehtext an, der nicht nur auf sehr komplexe Weise über den Betrachter des Fernsehens nachdenkt, sondern auch eine ästhetische Option einer positiv bestimmten Kindlichkeit der Fernsehrezeption vorführt. Diese von der Filmphilosophie Stanley Cavells hergeleitete Option formuliert einen Kontrast zu der Neigung des Fernsehens, seinen Zuschauer entweder negativ als kindlichen, unmündigen Zuschauer zu kennzeichnen, oder in Serien wie Lost und Sex and the City einen erwachsenen Zuschauer zu konstruieren, die mit der Verleugnung der Fernsehkultur und dessen Möglichkeiten einhergeht.