Nicole Kandioler: Regretting Womanhood. Bereuen gegen Normalisierung

Nicole Kandioler: Regretting Womanhood. Bereuen gegen Normalisierung

Eine Radiosendung über Reue, ein Theaterstück über die Wirklichkeit post operationem und ein Dokumentarfilm mit zwei Schauspielern, die sich selbst spielen. Regretters spannt ein fein ziseliertes Netz aus medial gespiegelten Trans-Identitäten. Dennoch geht es in Regretters weniger um Transsexualität als um die Wirkmächtigkeit von Heteronormativität. Inwiefern lässt sich des Scheitern als Ort feministischer Kritik lesen? Welchen Handlungsspielraum räumt das Bereuen ein? Was sind die Devianzpotenziale der transsexuellen Grenzüberschreitung hinsichtlich des Trends zum ,flexiblen Normalismus‘. Inwiefern entlarvt Regretters eine neoliberale Sozialisationskultur, die das Projekt der geschlechtlichen Selbstverwirklichung der Verantwortung jedes/jeder Einzelnen überlässt?

Markus Wewel: Ein Prozessbericht als Herrschaftskritik. Die politische Dimension in den Briefen Madame de Sévignés

Markus Wewel: Ein Prozessbericht als Herrschaftskritik. Die politische Dimension in den Briefen Madame de Sévignés

Madame de Sévigné verfasste im 17. Jahrhundert zahlreiche Briefe an ihre Tochter und enge Freund_innen. Ihre Briefe sind als eines der wenigen Werke von Frauen aus dem 17. Jahrhundert in den französischen Literaturkanon eingegangen. Bereits ihre Zeitgenoss_innen, aber auch die aktuelle Forschung haben dabei stets ihren Unterhaltungswert und ihre Natürlichkeit betont. Doch entgegen dem Vorurteil, es handle sich dabei ausschließlich um Briefe einer liebenden Mutter, lassen sich in vielen ihrer Briefe – sowohl subtil wie offenkundig – politische Botschaften finden. Besonders in den Briefen, die über den Prozess gegen ihren Freund Fouquet berichten, zeigt sich deutlich die Kritik an der Herrschaft Ludwig XIV.

Philipp Hanke: Subversive Werbekörper. Eine kritische Analyse idealisierender und ausgrenzender Körperästhetik

Philipp Hanke: Subversive Werbekörper. Eine kritische Analyse idealisierender und ausgrenzender Körperästhetik

In Abgrenzung zu Wesensbestimmungen als „kulturindustriell“ oder „faschistoid“ sollen die idealisierten und perfekten Körper der Werbung einer erneuten, subversiven Lesart unterzogen werden. Nicht um eine typische Werbeästhetik oder einen idealisierenden Umgang der Werbung mit ihren Körperbildern per se zu verteidigen, sondern um gängigen kritischen Theorien und ihrem ausweglosen Kulturpessimismus andere mögliche und für den/die Betrachter/in produktive und ermächtigende Lesarten entgegenzusetzen.